Fluoreszenztauchen auf Bali

Fluoreszenztauchen
Fluoreszenztauchen wird auch Fluo Diving oder Glow Diving genannt. Dabei absorbiert ein Material – etwa das Gewebe von Korallen oder anderen Meerestieren – Lichtenergie und gibt sie mit einer längeren Wellenlänge wieder ab.
Fluoreszenz unterscheidet sich von Phosphoreszenz. Bei Letzterer wird Lichtenergie gespeichert und über längere Zeit abgegeben, wie bei einer nachleuchtenden Anzeige am Tauchinstrument. Auch Biolumineszenz, etwa das Leuchten von Plankton in Wellen, ist ein anderer Vorgang.
Fluoreszenz bei Lebewesen
Das Phänomen tritt bei Lebewesen und Mineralien auf, etwa Fluorit beziehungsweise Flussspat. Bei Erhitzung kann Fluorit nachleuchten. Interessant ist, dass sich für die Anregung von Fluoreszenz Licht eignet, das sich auch gut durch Wasser ausbreitet. Das könnte mit Anpassungen von Meerestieren an ihren Lebensraum zusammenhängen.
Fluoreszenz in der Meereswelt
Fluoreszenz findet sich bei Korallen, Seepocken, Schwämmen, Anemonen, Quallen, Muscheln, Nacktschnecken, Kopffüßern, Garnelen, Krebsen und Fischen. Studien untersuchen verschiedene mögliche Funktionen: Schutz vor UV-Strahlung, Umwandlung blauen Lichts in andere Wellenlängen für symbiotische Algen, Tarnung zwischen fluoreszierenden Korallen oder Kommunikation. Rote Fluoreszenz kann beispielsweise bei der Signalgebung, Abschreckung oder Partnerwahl eine Rolle spielen.
Fluoreszenz von Korallen
Fluoreszenz kann Forschern zusätzliche Hinweise auf den Zustand eines Riffs liefern. Neben Erfassungsmethoden wie Transekten oder Farbskalen helfen spezielle Lampen, Unterschiede in Korallen und Algenbewuchs sichtbar zu machen. Gestresste Korallen können schwächer fluoreszieren, etwa bei extremen Temperaturen. Auch winzige junge Korallenkolonien werden unter dem geeigneten Licht leichter erkennbar. Solche Beobachtungen liefern ergänzende Informationen über Veränderungen im Riff.
Wie funktioniert ein Fluoreszenztauchgang?
Früher nutzten Taucher UV-Licht, um Fluoreszenz unter Wasser sichtbar zu machen. Seit 1993 sind blaue und ultraviolette LEDs verfügbar und zunehmend erschwinglich. Sie sind leichter zu handhaben als die frühere Kombination aus weißem Licht und Filtern.
Das anregende blaue Licht kann das schwächere Fluoreszenzleuchten überstrahlen. Deshalb tragen Taucher einen gelben Sperrfilter vor der Maske. Er blockiert das blaue Licht und lässt das Fluoreszenzleuchten durch. Für Fotos wird zusätzlich ein passender Filter am Objektiv oder Gehäuse verwendet und die Lichtempfindlichkeit der Kamera an die dunklen Bedingungen angepasst.
Rücksicht auf Meerestiere
In Tauchkreisen wird diskutiert, ob starke UV- oder Blaulichtlampen Korallen und andere Organismen beeinträchtigen können. Grundsätzlich kann Licht bei jedem Nachttauchgang Tiere stören, ihr Verhalten verändern oder sie für Räuber sichtbarer machen.
Bei Fluo-Tauchgängen wird das Licht meist breit gestreut und nur kurz auf einen Bereich gerichtet. Die Energie der verwendeten Lampen ist geringer als die natürliche UV-Einstrahlung durch Sonnenlicht.
Nachttauchen
Erfahrung im Nachttauchen und grundlegende Navigationsfertigkeiten sind hilfreich, da die Dunkelheit zunächst ungewohnt und desorientierend wirken kann. Ein aufmerksames Buddy-Team ist wichtig. Während des Tauchgangs reduzieren wir weißes Licht und beleuchten die Korallen mit blauem Licht, um die Fluoreszenz sichtbar zu machen.
Manche tagsüber gut getarnten oder fast durchsichtigen Tiere leuchten unter blauem Licht in ungewöhnlichen Farben. Tief musst du dafür nicht tauchen: Viele Korallen und Meerestiere lassen sich bereits in 5–10 Metern Tiefe beobachten.
Häufige Fragen zum Fluoreszenztauchen
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